Hallo,
seit einer Weile habe ich das Gefühl, dass die R18 manchmal nicht richtig anspringt. Es ist dabei egal ob ich die Zündung einschalte und sofort starte, oder ob ich die Zündung erst eine Zeit laufen lasse und dann den Anlasser betätige. Der Motor startet dann nicht sofort, sondern dreht erst ein paar Runden. Manchmal muss ich nach 3-4 Sekunden den Anlasser kurz loslassen und erneut betätigen. Spätestens beim zweiten Mal kommt die R18 eigentlich immer. Die R18 mit EZ 09/2023 hat knapp 12T km runter und war vorschriftsmäßig bei allen Inspektionen, auch der 10T Inspektion. Die R18 ist zum Bobber umgebaut, das ist später wichtig.
Ich war vorletzte Woche mit den Jungs ne Woche auf Ausfahrt. Da die R18 vorher wieder schwer angesprungen ist, hatte ich im Display auf Volt-Anzeige umgestellt. Ohne Zündung bei knapp über 12V, mit Zündung knapp unter 12V und beim Anlasser betätigen teilweise runter auf 10V oder knapp darunter. Ein Streckenabschnitt führte dabei von Innsbruck zum Walchensee, eine Strecke mit vielen negativen Höhenmetern. Genau bei den langen Passagen den Berg herunter lief die R18 bei gemütlichen 80km/h im 6.Gang mit Tempomat. Dabei fiel mir auf, dass die Spannung immer weiter angestiegen ist. Höchstwert war dann bei 16,5V. Sobald ich etwas Gas gegeben habe, ging die Spannung wieder runter auf 14,2 bis 14,5V und blieb dort konstant. Wieder Schubbetrieb und die Spannung stieg wieder an, langsam aber kontinuierlich.
Auf der Rückfahrt nach Dresden hatten wir 2,5 Stunden Regenschauer und haben uns für die Autobahn entschieden - wir waren dementsprechend total durchgeweicht und Wasser war sicherlich in jeder Ritze der R18. Nach einem kurzen Tankstop sprang die R18 gar nicht mehr an, diesmal aber nur ganz kurzen Zucken und sofort Ruhe und gelbes Dreieck im Display. Einmal Ausschalten, eine Rauchen, wieder Aufsitzen und erneut versuchen - sprang ganz ohne Probleme an. Also direkt nach Hause und abstellen. Nächsten Tag war Motorrad reinigen dran. Danach BMW-Batterie-Ladegerät dranhängen und beobachten. Die Ladeanzeige war nach ein paar Minuten bei 100% und ging in den Schlafmodus, so wie üblich. Es zeigte keine Fehler beim Laden an.
Nachmittags wollten wir eine Runde fahren. Ich stehe in der Hofeinfahrt, ein Kumpel steht rechts hinter mir. Als ich die R18 starten wollte, ruft er nur "Funke, Funke". Er konnte von hinten rechts fast genau bis dahin schauen, wo der Batterie-Plus-Pol liegt. Beim Start-Versuch der R18 gab es einen Funken, als wenn eine Wunderkerze die erste Zündung übernimmt. Also R18 stehen lassen, Batterie ausbauen und erst einmal schauen, was da los ist. Abgesehen das Batterie-Ausbau ein echter Sackgang ist, habe ich den Funken-Ursprung schnell gefunden. Die Polschraube saß fest und war nicht locker, wie zuerst vermutet.
Das Kabel zum Plus-Pol zeigt deutliche Spuren, dass es nicht der erste Funke war. Bisher ist es mir nur nie aufgefallen, da es geräuschlos (oder zumindest leiser als der Startvorgang) ist und keiner im passenden Winkel hinter mir gestanden hat.
Nun zu meinen Idee / Fragen:
- Ist die hohe Spannung verantwortlich für das überkochen der Batterie oder ist eine defekte Batterie verantwortlich für die hohe Spannung?
- Warum diese hohe Spannung nur im Schubbetrieb und nicht im normalen Fahrbetrieb?
- Würdet Ihr die alte AGM Batterie wieder einsetzen? (ich habe eine neue bestellt, mich würde nur Eure Meinung interessieren).
- Ist Batterie abklemmen ein Bestandteil der 10t Inspektion? Hätte es dort auffallen können?
Zum Abschluss noch ein paar Bilder zum Verdeutlichen