Wo befindet sich der (Kupplungs)Nehmerzylinder?

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Liebe Mitglieder: ich möchte an dieser Stelle auf ein neues Projekt von mir aufmerksam machen: www.japan-stromer.de bietet allen Fans der neuen Honda WN7 eine Plattform.

Dabei handelt es sich um das erste größere Elektromotorrad von Honda. Vielleicht finden das einige doch interessant und wollen dieser Technologie eine Chance geben.

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Euer Admin Markus

  • Moin zusammen.
    Für einen Lenkertausch muss ich Brems- und Kupplungsleitung und damit auch die Flüssigkeiten tauschen bzw. entlüften.

    Auf die Schnelle habe ich den Nehmerzylinder für die Kupplung nicht gefunden, wo dieser genau entlüftet werden muss.
    Die Leitungen sind ja mehrteilig, die der Kupplung "verschwindet" zwischen Tank und Motorgehäuse (soweit ich das mit Taschenlampe sehen konnte).

    Kann mir jemand einen Tip geben, wo genau sich der Entlüftungspunkt befindet?
    Ach ja: Ich gehe davon aus, dass die Flüssigkeit für die Kupplung identisch ist mit der Bremse?! (DOT4 oder 5.1)

    Vielen Dank für einen Tip...

    • Offizieller Beitrag

    Nein, die Flüssigkeiten in der Kupplungs- und Bremsleitung der BMW R18 sind nicht identisch und sollten nicht vermischt werden.



    Bremsflüssigkeit


    Für die hydraulische Bremse der BMW R18 wird eine Bremsflüssigkeit der Spezifikation DOT 4 oder DOT 5.1 verwendet. Bremsflüssigkeiten sind auf Polyalkylen-Glykol-Basis hergestellt und hygroskopisch, d.h. sie ziehen Wasser aus der Umgebung an.


    Kupplungsflüssigkeit


    Die hydraulische Kupplung der BMW R18 wird mit einem mineralischen Hydrauliköl betrieben, in der Regel Hyspin V10 oder eine gleichwertige Alternative, wie sie auch bei anderen Motorrädern mit Mineralöl-Kupplungshydraulik, wie einigen früheren BMW Boxern, verwendet wird. Die Verwendung von Bremsflüssigkeit in der Kupplungsleitung kann die Dichtungen angreifen und zu schweren Schäden am Kupplungssystem führen.


    Warum der Unterschied wichtig ist


    Die unterschiedliche chemische Zusammensetzung der Flüssigkeiten ist entscheidend. Mineralische Hydrauliköle und Bremsflüssigkeiten auf Glykol-Basis sind nicht miteinander kompatibel. Die Dichtungen und Komponenten in den jeweiligen Systemen sind speziell für die vorgeschriebene Flüssigkeit ausgelegt. Eine falsche Befüllung kann zu Undichtigkeiten, Funktionsstörungen und letztendlich zum Versagen des Systems führen.


    Ja, bei einigen älteren BMW Motorradmodellen war das anders.

    • Hydraulische Kupplung mit Bremsflüssigkeit: Bei vielen früheren BMW-Modellen, insbesondere bei einigen Baureihen, die bis in die 2000er Jahre und darüber hinaus gebaut wurden, wurde die hydraulische Kupplung ebenfalls mit DOT 4 Bremsflüssigkeit betrieben. In diesen Fällen konnte die gleiche Flüssigkeit sowohl für die Bremsanlage als auch für die Kupplungshydraulik verwendet werden. Das vereinfachte die Wartung.
    • Der Wechsel zum Mineralöl: BMW hat bei neueren Motorradmodellen wie der R1200GS (ab der K2x-Baureihe) und auch der aktuellen R18 auf die Verwendung von mineralischem Hydrauliköl (wie Hyspin V10) für die Kupplung umgestellt. Der Grund für diese Umstellung liegt in den speziellen Eigenschaften des Mineralöls, die für das jeweilige Kupplungssystem vorteilhaft sind.

    Wichtiger Hinweis:

    Der Wechsel von einem System auf das andere ist nicht trivial. Man kann nicht einfach DOT 4 Bremsflüssigkeit durch Mineralöl ersetzen oder umgekehrt. Die Dichtungen und inneren Komponenten der Kupplungsgeber- und Nehmerzylinder sind speziell für eine der beiden Flüssigkeiten ausgelegt. Die falsche Flüssigkeit greift die Dichtungen an, was zu Undichtigkeiten und einem Totalausfall des Kupplungssystems führen kann.

    Aus diesem Grund ist es unerlässlich, sich strikt an die Herstellerangaben im Handbuch des jeweiligen Motorrads zu halten.

    Übrigens: Wenn du Aktivitäten in Gemini-Apps aktivierst, kannst du die Funktionen aller Apps verwenden.

  • Es gibt eine Anleitung zum Beispiel für die Montage des Beachbar Lenkers das sieht genau drin wie die Entlüftung funktioniert und welche Flüssigkeiten dazu benötigt werden.

    Einfach gesagt ist es so: alte Flüssigkeit mit Spritze aus dem Behälter absaugen. Dann die Leitung austauschen. Neue Flüssigkeit einfüllen und solange Kupplungs oder Bremshebel ziehen bis die Luft raus ist. Hat bei Kupplung bei mir länger gedauert als bei der Bremse. Weiter unten an den Leitungen muss nichts getan werden.

  • Da ich das in den letzten 4 Wochen bereits 4 mal gemacht habe (teste gerade verschiedene Lenker durch) kann ich da evtl. hilfreiche Tipps zu geben.

    Wie die Vorredner bereits geschrieben haben, ist in der Kupplung zum Glück keine DOT4 Bremsflüssigkeit, sondern Mineralöl.

    Das macht die Sache einerseits einfacher, da man nicht so höllisch aufpassen muss, dass nichts davon auf den Lack kommt, da das Öl nicht aggressiv ist, wie Bremsflüssigkeit.

    Andererseits ist das Entlüften aber schwieriger, da das Öl dicker ist als Bremsflüssigkeit. Das macht das Entlüften (OHNE an den Entlüfternippel zu gehen!) deutlich zeitaufwändiger. Das kann durchaus mal 30 - 60 Minuten dauern.

    Das Absaugen der Flüssigkeit aus dem Behälter kann man sich übrigens sparen. Solange man bei ausgebauter Kupplungsleitung nicht am Hebel zieht, läuft da exakt GAR NICHTS raus! Man sollte allerdings den Ausgleichsbehälter erst mal zu lassen, also nicht oben aufschrauben!

    Nun packt man sich ordentlich Werkstatt-Tücher, Küchenrolle oder ähnliches in die Gabel an die Stelle, wo die Kupplungsleitung getrennt wird und schraubt als erstes dort die Leitung ab. Dabei kommt ein wenig Flüssigkeit da raus (daher die Tücher), aber nur das, was in der Leitung ist. Aus dem Ausgleichsbehälter fliest nichts raus.

    Als nächstes dann die Leitung am Ausgleichsbehälter abschrauben und weglegen.

    Nun kann man den Ausgleichsbehälter inkl. Hebel usw abnehmen, den neuen Lenker montieren, und dann umgekehrt vorgehen.

    Also Hebelage wieder montieren, möglichst in die Waage bringen (Position kann man ja nach getaner Arbeit noch verändern.

    Neue Kupplungsleitung dranschrauben (Reihenfolge egal), natürlich neue Dichtungen verwenden. Anzugsmomente: Kupplungsleitung: 22NM, Bremsleitung 24NM!

    Wenn alles fest ist, geht man am besten an die Verstellung des Kupplungshebels. Dazu gibt es im Kupplungshebel eine kleine Madenschraube (glaube 2mm), an der man das Kupplungsspiel einstellen kann. Diese ist aber von unten nochmals mit einer Schraube gesichert, damit diese sich nicht beim Fahren verstellen kann. Also erst die Sicherungsschraube ein paar Umdrehungen lösen, dann die Verstell-Madenschraube so weit herausdrehen, bis man einen Widerstand spürt.

    Erst jetzt den Ausgleichsbehälter aufschrauben!

    Nun zieht man nur ganz wenig am Kupplungshebel, also minimale Bewegungen. Auf keinen Fall ganz durchziehen! Ganz kleine Bewegungen machen, immer wieder und wieder und wieder und wieder.......................... Da sieht man dann im Ausgleichsbehälter Luftblasen aufsteigen. Sieht man keine mehr: WARTEN!! Gerne auch mal ein wenig an der neuen Kupplungsleitung wackeln, dagegen schnippen usw., um die Luft dazu zu bewegen, nach oben zu steigen. Das macht man dann immer wieder und wieder, bis wirklich keine Luftblasen mehr kommen. Das kann LANGE dauern! Bloß nicht die Geduld verlieren und zu früh voll am Hebel ziehen, das kann fatale Folgen haben, mehr dazu weiter unten.

    Wenn man sich 100% sicher ist, dass da wirklich keine Luftblasen mehr kommen, erst dann mal zum Testen den Kupplungshebel LANGSAM ca. zur Hälfte durchziehen. I.d.R. kommen dann wieder Luftblasen. Kommen da keine mehr, dann mal LANGSAM ganz durchziehen. Sollte man nun Druck auf der Kupplung verspüren (man hört das auch aus dem Getriebe, wenn die Scheibe ausrückt), hat man scheinbar alles richtig gemacht.

    Nun das Kupplungsspiel wieder zurückstellen, so, wie es einem am besten passt, evtl. ein paar Tropfen von dem Öl nachfüllen (sollte man sich sinnigerweise schon vorher besorgt haben :) ), Ausgleichsbehälter wieder schließen und der Drops ist gelutscht!

    Die Bremse wird im Übrigen ganz genau so entlüftet, nur geht es da wesentlich einfacher und schneller! Hier muss man halt nur höllisch aufpassen, dass keine Bremsflüssigkeit auf den Lack kommt. Also SEHR großzügig mit Lappen, Papier, Küchenrolle sein.

    ACHTUNG! Wird man zu ungeduldig und zieht zu früh die Kupplung voll durch, kann man sich die Luft tief ins System drücken! Dann verspürt man zwar, je nachdem wann man diesen Fehler macht, auch Druck auf der Leitung, die reicht dann aber nicht, um die Kupplung wirklich voll zu öffnen und die R18 wird nicht anspringen, da der Schalter, der erkennt, ob man die Kupplung zur Starten ganz gezogen hat, leider im Motor sitzt. Den kann man also leider auch nicht austricksen, was gut wäre, denn durch die Vibrationen der R18 würde sich die Kupplung quasi von selbst entlüften, aber geht nicht, da man sie gar nicht erst anbekommt.

    Woher ich das alles weiß? Mir ist es beim 3. Lenkerwechsel leider so passiert ;) Ich hatte bereits eine gewisse Routine darin entwickelt, dachte dann, ok, da kommt keine Luft mehr, also Hebel voll durchgezogen, Druck war auch da, aber nix is, R18 geht nicht an, da der Schalter nicht getriggert wurde.

    Aber hier kam dann SEHR viel Arbeit, da auch ich den Nehmerzylinder erst mal finden musste. Das halbe Mopped hab ich zerlegt dafür.

    Gut für euch, daher kann ich euch nun sagen, wie man auf dem einfachsten Weg an den Entlüfternippel am Nehmerzylinder kommt:

    Linken Seitendeckel abziehen. Die dahinter liegende Kunststoffabdeckung (3 Schrauben) abschrauben. Dann die Batterie komplett ausbauen. Batterie ein klein wenig rausziehen, Minuspol abschrauben und so sichern, dass er nicht mehr auf die Batterie kommen kann. Danach die Batterie so weit herausziehen, dass man an den Pluspol kommt. Diesen auch abschrauben und raus mit der Batterie.

    Der Batteriekasten hat auf der linken Seite, also auf der Seite in Fahrtrichtung, diverse Öffnungen. Direkt am Batteriekasten sitzt auch noch das Motorsteuergerät. Oberhalb des Steuergeräts kann man mit einer Verlängerung und einer 6er Nuss, durch den Batteriekasten hindurch, den Entlüfternippel erreichen. Das ist alles sau eng und man kann da super schlecht hingucken. Wer sich das alles ein wenig erleichtern will, baut vorher noch die Sitzbank ab und demontiert den Stoßdämpfer. Dafür muss die R18 aber aufgebockt sein, sonst bekommt man den Stoßdämpfer nicht raus, da das Hinterrad abgesenkt werden muss.

    Ist der Stoßdämpfer raus, kann man da deutlich besser hingucken.

    Achtung!! Für die nun folgende Arbeit muss das Kupplungsspiel komplett auf offen gedreht sein, sonst funktioniert das nicht! Es darf keinerlei Druck auf dem Nehmerzylinder sein!

    Nun nimmt man sich eine Spritze und einen Schlauch, der entsprechend lang genug ist und zieht sich das Mineralöl aus dem Ausgleichsbehälter in die Spritze und führt den Schlauch durch den Batteriekasten auf den Entlüfternippel (den man sinnvollerweise vorher um ca. eine halbe Umdrehung geöffnet hat) und drückt das Mineralöl da rein. Aufpassen, dass man sich da nicht wieder Luft reindrückt, also die Spritze entsprechend halten und früh genug mit dem Drücken aufhören! Das wiederholt man so 2-3 Mal. Danach den Entlüfternippel wieder zuschrauben und das Prozedere vom Anfang wiederholen, also wieder nur minimale Bewegungen am Kupplungshebel............................. ich schreib das jetzt nicht alles nochmal :)

    Entweder kommt dann wieder bisschen Luft, oder man hat Glück und hat sich mit der Spritzenaktion die ganze Luft schon rausgedrückt, ist aber eher unwahrscheinlich. Zumindest sollte jetzt aber keine Luft mehr tief im System sein, so dass man das ganze gut entlüftet bekommt, wie am Anfang erklärt.

    Wenn dann endlich wieder alles funktioniert, alles wieder zusammen bauen und sich für die erfolgreiche Arbeit auf die Schulter klopfen und erst mal schön eine Hopfen-Kaltschale öffnen :)

    Ich wünsche viel Erfolg und verliert nicht die Geduld darüber.

    Einmal editiert, zuletzt von Menni (28. August 2025 um 09:53)

  • Ich habe leider so gut wie keine Bilder gemacht. Es war nie geplant, da so eine Anleitung draus zu machen.

    Ich habe nur diese 2 Bilder hier. Die sind von der rechten Seite aus fotografiert, man kommt von links aber deutlich besser da ran, da der Nehmerzylinder auf der linken Seite des Getriebes sitzt:

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    Korrektur: Die sind glaube von oben fotografiert, nicht von rechts.

  • Da die R18 für mich ja auch Neuland war:

    Ich hab das glaub in nem anderen Beitrag schon mal geschrieben. Dieses Video hier:


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    Hat mir beim ersten Mal sehr geholfen. Einfach Untertitel auf deutsch (Übersetzung so semi) oder englisch (Übersetzung ziemlich gut) anmachen und los gehts.

    Der macht korrekte Videos und erklärt auch sehr kleinschrittig alles. Kann man wunderbar nachmachen. Nur die Sache mit der Schraube zum Kupplungsspiel verstellen kommt bei ihm nicht vor, ich rate aber dazu, dass so zu machen, wie ich geschrieben habe, denn: Wenn das Spiel bei euch sehr knapp eingestellt ist, ist immer minimal Druck auf der Leitung und dann funktioniert das mit dem Entlüften durch die kleinen Bewegungen sehr schlecht.